„Das Glück ist in mir!“

03.01.2018 |

Glück entsteht durch ein selbst­bestimmtes Leben, schreibt Wirtschaftscoach und Bestsellerautorin Diana Dreeßen in ihrem Buch „Du musst nicht verreisen, um bei dir anzukommen“. Im Interview hat sie uns verraten, warum das Glück für jeden von uns schon förmlich auf der Straße liegt.

go4health: Frau Dreeßen, Sie haben sich ausführlich mit dem Thema Lebensglück beschäftigt. Warum sind so viele Menschen unglücklich?

Dreeßen: Einer der größten Hemmschuhe des Glücks ist, sich mit anderen zu vergleichen. Aufgrund von Vergleichen mit anderen rutschen viele Menschen in eine defensive Haltung ab. Wir stehen uns sehr oft selbst im Weg und stellen unglaublich hohe Anforderungen an uns selbst. Viele Menschen fühlen sich nur dann erfolgreich, wenn sie Millionen am Konto haben oder eine bestimmte Reputation im Beruf erreicht haben.

go4health: Dabei kommt es auf ganz andere Dinge im Leben an …

Dreeßen: Wir haben verlernt, uns an den kleinen Dingen zu erfreuen, weil wir uns ständig mit anderen vergleichen. Viele meiner Kunden sehen gar nicht all die Geschenke, die das Leben vor die Türe trägt. Darum sind sie nicht glücklich.

go4health: Von welchen Momenten sprechen Sie genau?

Dreeßen: Wir dürfen uns erlauben, an kleine und große Wunder zu glauben. Wenn ich mir ein Ziel vorgenommen habe und zum Beispiel merke, dass sich Widerstände auftun, muss ich den Kurs korrigieren oder ganz loslassen. Dann ergeben sich oft ganz wunderbare Dinge daraus! Mein Hauptantreiber für das Glück ist, mich vom Leben führen zu lassen, indem wir Gelegenheiten erkennen. Verbissenheit bringt uns nicht weiter!

go4health: Sie sprechen also von glücklichen Zufällen?

Dreeßen: Viele meiner Kunden vertreten vehement die Meinung, dass es in ihrem Leben keine Zufälle gibt.  Aber günstige Fügungen bekommt jeder Mensch, man muss sie nur erkennen.

go4health: Wir sollten uns also vom Fluss des Lebens treiben lassen, um glücklich zu sein?

Dreeßen: Wir sollten beruflich und privat das tun, was wir lieben. Und ganz wichtig: Uns so annehmen, wie wir sind. Der Grundstock des Glücks baut auf Eigenliebe auf. Wenn ich in der Eigenliebe bin, glaube ich an mich und dass Gutes passiert. Ich fühle mich wertvoll und das bekomme ich dann auch zurück. Diese Eigenliebe sollten wir aber nie an Erfolgen festmachen!

go4health: Wie lernen wir diese Eigenliebe?

Dreeßen: Indem wir uns komplett selbst annehmen – auch die Dinge an uns, die nicht so schön sind. Wir alle haben Schattenseiten, die uns selbst nerven, doch auch die gehören zu uns. Unsere Eigenliebe wächst, wenn wir das akzeptieren, gegebenenfalls daran arbeiten und unsere positiven Eigenschaften weiter ausbauen.

go4health: Sind wir heute nicht einem Zwang ausgesetzt, scheinbar immer und überall glücklich sein zu müssen?

Dreeßen: Ja, ganz bestimmt! Doch auch unglückliche Tage gehören zum Leben dazu. Aus allen Tiefs kommt man gut heraus, wenn man wahrhaftig mit sich selbst umgeht. Immer dann, wenn wir in einem Loch sitzen, dürfen wir uns die Frage stellen: „Was ist mein Anteil dabei?“ Dann können wir weiterfragen: „Warum sitze ich hier? Welcher Illusion bin ich aufgesessen?“ So kommen wir in die Eigenverantwortung zurück.

go4health: Das ist wohl ein Teil der Erfahrung, die schmerzhaft sein kann … 

Dreeßen: Ja, das kann weh tun. Aber es ist wie bei Kinderkrankheiten: Man geht gestärkt daraus hervor. Andere Menschen werden uns nie die Kohlen aus dem Feuer holen – das können wir nur selbst  tun.

go4health: In der Praxis ist es schwierig, wenn andere Personen im Umfeld gerne die Verantwortung abschieben. 

Dreeßen: Verletzungen muss man heilen, sonst funktioniert jede Art der Weiterentwicklung nicht. Leider gibt es in vielen Führungsriegen auch psychopathische Persönlichkeiten. Sie haben einen Sinn für die Schwachstellen anderer und stechen intuitiv in diese Wunden hinein. Das ist ihr Überlebensmuster, weil sie selbst verletzt wurden und nur im Kampfmodus agieren. Darum ist es so wichtig, sich mit sich selbst zu beschäftigen, um gegen solche Energieräuber resistent zu werden. Sucht jemand immer die Schuld bei anderen, ist es hilfreich, die Beziehung auf Distanz zu setzen.

Tipp
Buchtipp:„Du musst nicht verreisen, um bei dir anzukommen – Wege zu einem selbstbestimmten Leben“, Diana Dreeßen
Du musst nicht verreisen, um bei dir anzukommen.

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