Mehr Wohlbefinden durch digital Detox

29.05.2019 |

Eine digitale Auszeit sorgt für innerliche Ruhe und spendet neue Energie. Laufend online zu sein senkt auch deine Konzentrationsfähigkeit. Wir zeigen dir, was du im Alltag ändern kannst.

Digitales Fasten ist ein aktueller Trend, der sich durch die moderne Gesellschaft und ihren Umgang mit digitalen und sozialen Medien ergeben hat. Es geht, wie so oft, um Gewohnheiten. Vor rund 10 Jahren kamen Smartphones auf den Markt. Seitdem sind sie kaum mehr wegzudenken. Eine der großen Fragen unserer Zeit scheint zu lauten: Wie kommen wir ohne Smartphone zurecht? Es liegt vielfach bereits beim Aufwachen neben dem Bett und auch beim Essen neben dem Teller. Es blinkt, es vibriert, es klingelt am laufenden Band. Bei vielen im Minutentakt.

Brauchen wir eine digitale Auszeit?

Volker Busch ist Neurowissenschaftler und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in Regensburg. Er sagte in einem Interview folgendes zum Thema Digital Detox:

„Derzeit ist der Begriff des „Digital Detox“ in aller Munde. „Entgiftung“ ist natürlich zunächst eine dankbare Vorstellung, das Problem ein für alle Mal loszuwerden. Nach meinem Dafürhalten bringt es jedoch wenig, drei Wochen ohne sein Smartphone durch Kenia zu laufen, um dann genauso weiterzumachen wie vorher. Unser Gehirn braucht nicht einmal im Jahr, sondern vielmehr regelmäßig Phasen, in denen es aufräumen kann.

Deutlich besser wäre es, sich im Alltag regelmäßige „analoge Zonen“ zu schaffen ohne den permanenten Konsum von Bildschirminhalten. Sinnvoll sind mehrere kleine Auszeiten pro Tag, etwa ein kurzer Offline-Spaziergang in der Mittagspause. Eine weitere Möglichkeit wäre der Verzicht auf digitale Medien ab 20 Uhr oder gleich ein digitalfreier Sonntag. Dann tritt eine Art Sickerungseffekt ein, das Gehirn löscht, ordnet und verknüpft.“

Der erste Schritt zum Digital Detox: Erkennen, wie viel Zeit du am Smartphone verbringst. Denn: Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung!

3 wirksame Praxistipps:

  1. Zeitbeschränkungen setzen: einige Apps und Smartphones erlauben es, Zeitlimits für die Nutzung sozialer Medien individuell einzustellen. Versuche deine durchschnittliche – zumindest private – Nutzungszeit um 1/3 zu verringern.
  2. Kein Smartphone im Schlafzimmer: Das Handy bleibt draußen, dort wird es über Nacht geladen. Dein alter Wecker kommt nun wieder zum Einsatz. Oder stelle dein Mobiltelefon zumindest über Nacht in den Flugmodus.
  3. Geh raus: Verlege, gerade in den Sommermonaten, dein Workout ins Freie. Motiviere Freunde und Bekannte zu einer gemeinsamen Wanderung am Wochenende und vertieft euch in ein Gespräch oder einfach in die Stille des Waldes.

Hast du schon vom „Waldbaden gehört? So läuft es ab: Mit geschlossenen Augen und wachem Geist die Umgebung bewusst erkunden und in den Wald eintauchen. Du nutzt dabei alle Sinne, um die Heilkräfte des Waldes aufzusaugen. 

Tipp
Plane mindestens einmal im Monat einen Ausflug ins Grüne. Lass dabei die Natur auf dich wirken und lade deine Batterien auf!

Aller Anfang ist schwer, das wissen wir. Starte daher mit kleinen Veränderungen und nimm wahr, was digital Detoxing bzw. eine digitale Auszeit mit dir macht.


Unser Fazit

Anfangs wird die Smartphone-freie Zeit noch ungewohnt sein und du denkst vielleicht, du verpasst etwas Wichtiges. Nach einigen Malen ändert sich diese Wahrnehmung und du merkst, welche Befreiung es bedeutet, nicht immer erreichbar und online zu sein. Versprochen!

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