Faszientraining: Springen, federn, wippen

10.10.2019 |

Wieso sind Kängurus eigentlich nie verspannt? Und warum haben Gazellen keine Rückenschmerzen? Was wir von den springenden Tieren lernen können und wie unsere Faszien davon profitieren, erfährst du hier.

Was sind Faszien?

Das Wort „Faszie“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Bündel oder Band“. Genauer gesagt, handelt es sich dabei um ein Bindegewebsnetzwerk, das sich durch den ganzen Körper zieht und Organe, Muskeln und Sehnen an ihrem Platz hält. Zudem schützen gesunde Faszien die Gelenkkapseln.

Fasziengewebe besteht neben Klebstoffen und Kollagen auch aus Wasser und dient dem Körper als Wasserspeicher. Stress, Fehlernährung, Flüssigkeits- und Bewegungsmangel können das Fasziengewebe verkleben, verfilzen und verhärten. Faszien sind dann in ihrer Funktion eingeschränkt, was sich anhand von Steifheit, Verspannungen und Schmerzen bemerkbar macht.

Faszientraining hält jung

Mit zunehmendem Alter verlieren Faszien an Elastizität. Bei älteren Menschen kann sich das als Alterssteifheit äußern. Daher ist es besonders wichtig, diese netzwerkartigen Strukturen jung, elastisch und flexibel zu halten. Das funktioniert durch regelmäßige Bewegung aber auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Wer täglich genug Wasser trinkt, hat also schon den ersten Schritt auf dem Weg zu gesunden Faszien getan.

Federn & Dehnen

Die gute Nachricht ist, dass Faszien lernfähig sind. Das heißt, dass die Struktur der Faszien durch Training veränderbar ist. Um Faszien elastisch zu halten, sollten sie regelmäßig in Spannung gebracht werden. Optimal sind federnde Bewegungen in Kombination mit dynamischen Dehnungen.

Gazellen oder Kängurus sind hierzu die idealen Vorbilder: Sie nutzen ihre Faszien geschickt, um hoch und weit zu springen, ohne dabei besonders viel muskuläre Energie zu verbrauchen. Das funktioniert mit Hilfe des Katapultmechanismus: Zuerst spannen die Tiere die Sehnen und Faszien in den Beinen auf. Durch das darauffolgende Loslassen wird gespeicherte Energie frei, die diese hohen Sprünge ermöglicht.

Wippe dich fit

Rekordsprünge wie ein rotes Riesenkänguru müssen wir unserer Faszienfitness zuliebe nicht vollbringen. Es lohnt sich allerdings, Wippen, Federn, Springen und Dehnen in das Faszientraining einzubauen. Viele beliebte Sportarten beinhalten diese Bewegungen.

Beim Yoga werden Faszien beispielsweise sehr gut gedehnt und aufgespannt. Wer regelmäßig übt, erreicht mehr Flexibilität und Biegsamkeit. Trampolin- oder Seilspringen können ebenso zur Flexibilität beitragen. Auch Laufen, Klettern und Tanzen sind wahre Faszienschmeichler.

Kniekreisen für flexible Faszien

Wer zwischendurch etwas für seine Bindegewebshüllen tun möchte, kann seine Faszien durch Kniekreisen pflegen.

So geht’s: Komme in eine aufrechte Position und stelle deine Füße parallel nebeneinander. Lege deine Hände etwas oberhalb der Knie ab und gehe leicht in die Knie. Bleibe in dieser Position und ziehe mit deinen Knien Kreise im Uhrzeigersinn. Wechsle nach 20 Kreisen die Richtung.

Faszientraining: Kniekreisen sorgt für flexible Faszien.
Tipp
Weitere Übungen für dein Faszientraining findest du in unserem kostenlosen Faszienratgeber sowie in unserem Video für dein Faszientraining

Veröffentlicht in: 

Stichworte: , ,


© 2020 go4health GmbH. All Rights Reserved