Faszien-Pflege: Springen, Federn, Wippen!

20.10.2017 |

Wieso sind Kängurus eigentlich nie verspannt? Und warum haben Gazellen keine Rückenschmerzen? Was wir von den springenden Tieren lernen können und wie unsere Faszien davon profitieren, verraten wir in diesem Beitrag.

Das Wort „Faszie“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Bündel oder Band“. Genauer gesagt handelt es sich dabei um ein Bindegewebs-Netzwerk, das sich durch den ganzen Körper zieht und Organe, Muskeln und Sehnen an ihrem Platz hält. Zudem schützen gesunde Faszien die Gelenkkapseln, wie eine Studie der Harvard Medical School belegt. Fasziengewebe besteht neben Klebstoffen und Kollagen auch aus Wasser und dient dem Körper als Wasserspeicher. Dieses wichtige Lebensnetzwerk muss geschmeidig und elastisch bleiben, um gut funktionieren zu können. Stress, Fehlernährung, Flüssigkeits- und Bewegungsmangel können das Fasziengewebe verkleben, verfilzen und verhärten. Faszien sind dann in ihrer Funktion eingeschränkt, was sich in Steifheit, Verspannungen und Schmerzen bemerkbar macht.

Faszien-Pflege hält jung

Mit zunehmendem Alter verlieren Faszien an Elastizität. Bei älteren Menschen kann sich das in Alterssteifheit äußern. Daher ist es besonders wichtig, diese netzwerkartigen Strukturen jung, elastisch und flexibel zu halten. Somit ist gezielte Faszien-Pflege auch eine Art Jungbrunnen. Und diese Metapher bringt es auf den Punkt: Denn geschmeidige Faszien sind neben Bewegung vor allem auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr angewiesen. Wer täglich genug Wasser trinkt, hat also schon den ersten Schritt auf dem Weg zu gesunden Faszien getan.

Federn & Dehnen

Die gute Nachricht ist, dass Faszien lernfähig sind. Das heißt, die Struktur der Faszien ist durch Training veränderbar. Um Faszien elastisch zu halten, sollten sie regelmäßig in Spannung gebracht werden. Optimal sind federnde Bewegungen in Kombination mit dynamischen Dehnungen. Gazellen oder Kängurus sind hierzu die idealen Vorbilder. Sie nutzen ihre Faszien geschickt, um hoch und weit zu springen ohne dabei besonders viel muskuläre Energie zu verbrauchen. Das funktioniert mit Hilfe des Katapult-Mechanismus: Zuerst spannen die Tiere die Sehnen und Faszien in den Beinen auf, durch das folgende Loslassen wird gespeicherte Energie frei, die diese hohen Sprünge ermöglicht.

Wipp dich fit

Rekordsprünge wie ein rotes Riesen-Känguru müssen wir unserer Faszien-Fitness zuliebe nicht vollbringen. Es lohnt sich allerdings Wippen, Federn, Springen und Dehnen in das Faszien-Pflegeprogramm einzubauen. Viele beliebte Sportarten beinhalten diese Bewegungen. Beim Yoga werden Faszien beispielsweise sehr gut gedehnt und aufgespannt. Wer regelmäßig übt, erreicht mehr Flexibilität und Biegsamkeit. Trampolin oder Seil springen können ebenso zur Flexibilität beitragen. Auch Laufen, Klettern und Tanzen sind wahre Faszien-Schmeichler.

Wer zwischendurch etwas für seine Bindegewebs-Hüllen tun möchte, kann mit unserer go4health Übung seine Faszien pflegen:

Kniekreisen für flexible Faszien

So geht´s: Komme in eine aufrechte Position und stelle deine Füße parallel nebeneinander. Lege deine Hände etwas über den Knien ab und gehe leicht in die Knie. Bleibe in dieser Position und ziehe mit deinen Knien Kreise im Uhrzeigersinn. Nach 20 Kreisen wechsle die Richtung.

Kniekreisen für flexible Faszien.
Tipp
Weitere wippende und dehnende Übungen mit genauer Experten-Anleitung findest du in unserem kostenlosen Faszien-Ratgeber. Zudem bieten wir in unserer 4-teiligen Videoserie zu Faszien viele weitere hilfreiche Tipps zur richtigen Ausführung deiner Faszien-Übungen!

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