Vom Durchhalten und vom Scheitern (Interview)

29.05.2017 |

Wie hart muss/sollte man an sich arbeiten? Darf man auch aufgeben? Ein spannendes Interview mit Profisportlerin Mirjam Muckenhuber über Erfolg, Scheitern und Weitermachen – mit wertvollen Tipps für den Job und privat.

go4health: Mirjam, du bist Triathletin und scheust kaltes Wasser. Wie passt das zusammen? 

Mirjam Muckenhuber: Beim Schwimmen zählen für mich sowohl das Training als auch der Wettkampf zu den größten Herausforderungen! Aber das ist kein Hindernis. Ich könnte eine lange Liste aufzählen, bei welchen Erlebnissen ich am verzweifeln war. Aber: Mein Wille und mein Kampfgeist haben mich immer zum Weitermachen angehalten! Darum springe ich auch ins kalte Wasser.

go4health: Warum können manche Menschen derartige Herausforderungen meistern, während andere mittendrin aufgeben?

Mirjam: Wer schlechte Gewohnheiten ablegen will, schwierige Projekte erfolgreich abschließen muss, gute Vorsätze einhalten oder sich neue Fertigkeiten antrainieren möchte, kommt an einer Tugend kaum vorbei: dem Durchhaltevermögen!

go4health: Bitte verrate uns deine besten Durchhaltetipps!

Mirjam: Folgendes kann ich jedem nahe legen, um Ziele zu erreichen:

  • Belohnen Sie sich nach jeder Etappe
  • An jeder bewältigten Herausforderung werden Sie wachsen
  • Nicht vergessen: Nicht mal die erfolgreichsten Menschen waren von Anfang an erfolgreich!
  • Wir alle brauchen viele Versuche, ins Ziel zu gelangen
  • Zuspruch und Wertschätzung von außen stärken das Durchhaltevermögen
  • Freunde, Partner und Familie können eine enorme Stütze sein
  • Auch Mentoren, Helfer und Ratgeber sind wichtige Wegbegleiter
  • Und nicht zuletzt: Loben Sie sich selbst!

go4health: Mirjam, nach deiner Beobachtung: Aus welchen Gründen scheitern wir am öftesten?

Mirjam: Oft liegt daran, dass wir uns selbst falsch einschätzen. Ziele werden zu groß und unrealistisch definiert. Andere vergessen, dass neben all der Disziplin der Spaß nicht zu kurz kommen darf. Erlebt man öfter Misserfolge, fühlt man sich irgendwann als Versager und konserviert das Gefühl, nichts zu Ende zu bringen. Man schädigt so langfristig das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl. Viele glauben einfach zu wenig an sich selbst und dass sie es schaffen können!

go4health: Hast du dazu einen Leitspruch?

Mirjam: Ich mag das Zitat von Willy Meurer: Wer will, findet Wege; wer nicht will, findet Gründe!

go4health: Aber gibt es auch Situationen, wo Scheitern klüger ist als durchzuhalten?

Mirjam: Natürlich, ich selbst habe auch schon Radrennen abgebrochen. Zum Beispiel, als ich richtig durchgefroren war. Dann höre ich einfach auf, um meinem Körper nicht zu schaden. Durch einen starken Willen kann man zwar viel erreichen, trotzdem kann man die Umgebungsbedingungen nicht beeinflussen. Im Sport, im Privat- und im Berufsleben ist es wichtig, diesen Punkt zu erkennen. Trainer oder Mentoren können helfen, die eigenen Grenzen zu definieren und einzuhalten.

go4health: Wie gehst du mit diesen unerwarteten Ereignissen um?

Mirjam: Manchmal muss ich mir eingestehen, dass ich mir die Ziele zu hoch gesteckt habe. In solchen Situationen versuche ich, flexibel zu sein. Dieses innerliche Loslassen hilft. Und wir können jede Niederlage zu einem Erfolg machen, wenn wir aus den Vorkommnissen und aus Fehlern lernen. Es hilft, Fehlentscheidungen zu analysieren und unsere Schwächen aber auch die persönlichen Stärken gut zu kennen. Achtsamkeit schenkt die Fähigkeit, Entscheidung bewusster zu treffen. Wichtig bleibt dabei, dass wir aus unserem persönlichen Wunsch heraus handeln. Alles andere funktioniert auf Dauer nicht!

Über Mirjam Muckenhuber

Mucki ist eine der erfolgreichsten Mittel- und Langdistanz-Triathletinnen Österreichs. Wo ein Wille, da auch ein Weg! Disziplin und Durchhaltevermögen! Das ist ihr Rezept. Ihr letzter Erfolg ist die Qualifikation für die Ironman WM in Hawaii 2017, bei der sie schnellste Österreicherin ihrer Altersklasse war. Sie bloggt unter www.muckiblog.com und freut sich über die tatkräftige Unterstützung durch ihren Sponsor go4health.

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