Lärm am Arbeitsplatz: Akustische Dauerberieselung

16. Dezember 2016
Lärm am Arbeitsplatz: Akustische Dauerberieselung

Viele Betriebe setzen derzeit auf Großraumbüros. Nicht alle Mitarbeiter haben dadurch die Möglichkeit der Dauerberieselung von Telefongesprächen, Radiomusik, Gerätegeräuschen usw. zu entkommen. Die damit verbundene Lautstärke hat Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit. 

Hat Lärm Auswirkungen auf Gesundheit und Leistung?

Bereits 50 dB Geräuschpegel (normales Gespräch) verursachen in deinem Körper psychische Reaktionen. Manche Studien gehen sogar von 30 dB aus (leise Radiomusik). Stuft dein Körper die Hintergrundbeschallung als negativ ein, werden Stresshormone ausgeschüttet. Bist du Lärm regelmäßig ausgesetzt, führt das zur Erschöpfung, Müdigkeit, das Arbeitsgedächtnis arbeitet nur eingeschränkt und es kommt zu Störungen in Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprozessen. Besonders Sprachlärm, also Gespräche im Hintergrund, erhöhen die Fehlerhäufigkeit und führen zu Arbeitszeitverlust. Reduzierung von Lärm ist daher immer auch aus Unternehmersicht wünschenswert.

Was kann ich gegen Lärm tun?

Persönliche Maßnahmen sind individuelle Strategien, die du selbst ganz einfach durchführen kannst. Achten auch deine Kollegen darauf, kann kollektiv Lärm reduziert werden. Vereinbare „Nicht-Ansprechzeiten“ für konzentrierte Tätigkeiten. Nutze optische statt akustische Signale, z.B. bei Notebook-Einstellungen und anderen Arbeitsgeräten. Achte auch darauf, dass nicht benutzte Geräte ausgeschaltet oder räumlich verlagert werden. Informiere dich über Persönliche Schutzausrüstung (PSA) am Arbeitsplatz in Form von Gehörschutz und Ohrstöpsel. Sprich deine Führungskraft auf regelmäßige Unterweisungen an, diese sind in Österreich gesetzlich verpflichtend. So erhältst du von geschulten Experten konkrete Tipps. Die wichtigste Regel ist aber sehr einfach: Gegenseitige Rücksichtnahme im Team! Verhalte dich so, wie du es auch von deinen Kollegen erwartest.

Technische Maßnahmen liegen v.a. in der Reduzierung der Schallübertragung (z.B. durch Abschirmung mit Stellwänden). Hier gibt es ökonomische und moderne Lösungen – speziell auch für Großraumbüros.

Organisatorische Maßnahmen beinhalten z.B. eine räumliche oder zeitliche Verlagerung von bestimmten Tätigkeiten. Räumlich können Arbeitsbereiche mit ähnlichem Lärmpegel zusammengefasst werden. Zeitlich kann lärmintensives Arbeiten am Vormittag den Vorteil haben, dass die Konzentration noch hoch ist. „Jobrotation-Programme“, bei denen sich Mitarbeiter zwischen lauten und weniger lauten Tätigkeiten abwechseln, verringern die Zeiten der Lärmbelastung. Eine geeignete Organisation im Team kann hier helfen.

Konzentrationstiefs überwinden

Unsere mentale Übung „Fingerdruck“ ist ein einfaches und zugleich wirksames Mittel, Konzentrationstiefs zu überwinden. Hebe dazu deine Arme an und winkle sie ab. Lege die Handflächen in Brusthöhe aneinander – die Ellbogen zeigen dabei nach außen, die ausgestreckten Finger nach oben. Lasse dein Schultern locker und atme ein paar Mal ruhig ein und wieder aus. Presse jetzt deine Hände und Finger mit etwas Druck aneinander und halte diese Anspannung einige Atemzüge lang. Lass danach wieder locker und spüre die Entspannung in deinen Fingern und Händen. Wiederhole diese Übung drei Mal.


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