Durchhaltevermögen, Kampfgeist und Leidenschaft – Gastbeitrag

27. Februar 2017
Durchhaltevermögen, Kampfgeist und Leidenschaft – Gastbeitrag

Eine Triathletin, die kaltes Wasser scheut? Klingt beinahe wie ein Fisch, der ungern schwimmt! Mentale, physische und emotionale Konditionierung verhelfen Mirjam Muckenhuber zu ihrer sportlichen Bestleistung. Heute schreibt sie für go4health über mentale Stärke und wie sie es schafft, sich immer wieder zu motivieren.

Eine großartige Technik, Schnelligkeit, Talent und Fitness – unabdingbar im Spitzensport, aber trotzdem reicht das oft nicht aus. Wer dem Druck im Wettkampf nicht standhalten kann, wird immer Trainingsweltmeister bleiben.

Druck im Sport, im Beruf und im Privatleben

Beim Sport ist es wie in vielen Bereichen des Lebens: Der Leistungsdruck und der Stress sind groß. Persönlicher Stolz, Siegesprämien, Druck von Freunden oder vom Trainer – und dazu kommen oft noch ungünstige Bedingungen wie eine Magenverstimmung, schlechte Witterung oder ein unsportliches Verhalten des Gegners. Es bedarf enormer emotionaler und mentaler Stärke, um unter widrigen Umständen im entscheidenden Moment sein ganzes Potential ausschöpfen zu können.

Ich bin mit sportlichen Fähigkeiten gesegnet, bin aber weder die Schnellste noch die Robusteste. Mein Erfolg sportlicher Leistungen liegt im Kampfgeist, in Disziplin und enormem Willen. Meine entscheidenden Waffe sind Wettkampfstärke, Konzentration und eine positive Einstellung.

Wenn ihr weiterwachsen wollt, müsst ihr die Herausforderung, über eure gewohnten Grenzen hinauszugehen, annehmen. In dem Moment, in dem ihr euch gefordert fühlt, seid ihr positiv eingestellt, energiegeladen und voller Tatendrang. Diese Reaktion geht oft mit Gefühlen der Freude einher, einer positiven kämpferischen Einstellung, Zuversicht und Konzentration. Die Technik im Sport muss durch harte Arbeit und unermüdliches Training erlernt werden. Aber auch mentale Stärke als Steuerung des idealen Leistungszustandes kann trainiert und aufgebaut werden.

Mir helfen dabei kraftspendende Emotionen. Mental stark zu sein bedeutet, dass man sich Fertigkeiten des Denkens, Glaubens und Visualisierens angeeignet hat, die uns befähigen, uns aus einem negativen emotionalen Zustand in einen positiven zu versetzen. So können wir unsere Schwächen gezielt abbauen.

Mentale Stärke zu erreichen erfolgt, indem man sich Herausforderungen stellt, sich nicht versteckt, emotionale Risiken eingeht und emotionale Enttäuschungen einsteckt.

40 Prozent mehr Leistungsvermögen mit mentaler Stärke

Das kalte Wasser beim Schwimmen ist mein größter Feind. Ohne an meiner mentalen Stärke zu arbeiten, könnte ich unmöglich mein wöchentliches Schwimmpensum erfüllen. Als erfolgreiche Athletin habe ich gelernt, durch meine Emotionen Kontrolle über meinen Körper zu erlangen. Ich habe gelernt, Gefühle von Zuversicht, Energie, positiver Herausforderung, Gelassenheit und Freude aufleben zu lassen – egal, wie ich mich fühle. Vor dem Sprung ins kalte Wasser wiederhole ich mein persönliches, stärkendes Mantra. Entschlossenes Denken, diszipliniertes Handeln, Visualisierung, Fokus und gezielte Erholung – das sind die Erfolgszutaten. So können wir im Privatleben und im Job unser Leistungsvermögen steigern – um bis zu 40 Prozent!

Stressreaktionen und negative Denkmuster, diese normalen aber ungesunden Angewohnheiten, führen hingegen dazu, dass wir aufgeben. Emotionale Erholung können wir erreichen, indem wir negative Emotionen wie Angst, Wut und Ärger durch positive Gefühle von Gelassenheit und Selbstvertrauen ersetzen.

Übungen für deine persönliche mentale Stärke

Formuliere deine Schwächen positiv um und mach sie zu einem motivierenden Leitsatz deines Tages. Statt „Ich habe keine Lust“ schreibe: „Ich bin motiviert!“ Versuche folgende Visualisierung: Schreib jeden dieser positiven Leitsätze auf eine Karteikarte. Verbringe jeden Morgen und jeden Abend 30 Sekunden damit, dir diese emotionale Eigenschaft, die du stärken möchtest, vorzustellen. Ich gebe dir ein Beispiel:

  • Problem: Mangelhafte Motivation. Lösungsweg: Mach eine Trainingspause – oder ein Pause von der Tätigkeit, die dich nicht mehr reizt. Setze dir aufregende neue Ziele. Stelle dir bildhaft vor, wie du mit mehr Spaß herangehst.
  • Problem: Stimmungsschwankungen. Lösungsweg: Ersetze die negative Vorstellung durch eine positive.
  • Problem: Irritierbarkeit und Selbstzweifel. Lösungsweg: Erbaue dich selbst: „Ich schaffe das! Ich habe Kraft, ich habe Freude, ich habe Spaß!“

Positives Vorstellungsvermögen können wir genauso wie motorische Fähigkeiten erlernen: durch ständige Wiederholung. Ändere das Bild von dir, wenn ein Gefühl nicht passt. Stell dir wirklich ein lebendiges Bild vor, wie die Situation aussieht, wenn du erfolgreich bist, Spaß hast, entspannt bleibst und in einer bestimmten schwierigen Lage Stärke beweist. Visualisiere die Situationen täglich, höre und fühle sie. Als Sportlerin erlebe ich Siege mental und sehe mir Videoaufnahmen an. Angst wird zu Angriffslust. Enttäuschung zu Entschlossenheit. Spürst du negative Gedanken und emotionale Barrieren, sag innerlich laut Stopp. Beginne sofort, positive Gedanken und Vorstellungen zu entwickeln. Wir sind selbst verantwortlich, ob wir negative Gedanken zulassen. Es ist schließlich unser Kopf, in dem wir denken. Arbeite täglich daran, dein Selbstbild möglichst stark, lebendig und mutig zu gestalten. Denke entschlossen!

Der erste und wichtigste Schritt bei der Umkehr mentaler und emotionaler Schwächen in Stärken ist, mentale und emotionale Energie zielgerichtet einzusetzen. Dies wird zu einer Form mentalen und emotionalen Trainings, gleichzusetzen mit der Einübung motorischer Fertigkeiten. Jedes Mal, wenn ein Gedanke oder eine Vorstellung aktiviert wird, wird der Veränderungsprozess stimuliert. Ähnlich wie Muskeln werden Gedanken, Vorstellungen und Emotionen leichter zugänglich, wenn sie häufiger stimuliert werden. Der Adaptionsprozess wird auch von der Intensität des Gedankens, der Vorstellung oder der Emotion beeinflusst. Je lebhafter und plastischer Gedanken und Vorstellungen sind, desto höher ist die positive Energieabgabe. Gib dich nach außen so wie du dich innen fühlen willst. Was als vorgetäuschte Emotion beginnt, kann schnell zur echten Empfindung werden. Bereits mit deiner Körperhaltung kannst du Ruhe, Selbstvertrauen und Energie ausstrahlen.

Also, Mirjam: „Mir ist warm. Im Wasser ist mir herrlich warm. Ich kann das. Ich hab Spaß.“

Über Mirjam Muckenhuber

Mucki ist eine der erfolgreichsten Mittel- und Langdistanz-Triathletinnen Österreichs. Wo ein Wille, da auch ein Weg! Disziplin und Durchhaltevermögen! Das ist ihr Rezept, um Muttersein, Selbstständigkeit und Training zu meistern. Ihr letzter Erfolg ist die Qualifikation für die Ironman WM in Hawaii 2017, bei der sie schnellste Österreicherin ihrer Altersklasse war. Sie bloggt unter www.muckiblog.com und freut sich über die tatkräftige Unterstützung durch ihren Sponsor go4health.

 

Veröffentlicht in: Mentale Gesundheit
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