SOS Guide Blähbauch 1

16. November 2016
SOS Guide Blähbauch 1

Tabuthema Blähungen – über manches spricht man einfach nicht… Wir schon! Im ersten Teil der Serie erfährst du, wie Blähungen entstehen und wie sie sich vermeiden lassen. Üppiges Schlemmen gehört für viele Menschen einfach zum Feiern: Klassiker wie Gansl mit Rotkraut und Knödel oder Kartoffelsalat mit Würstel oder Schnitzel und danach noch ein paar Kekse und Kuchen sind für Magen, Leber und Galle ein echter Härtetest. Völlegefühl und Blähungen lassen dann meist nicht lange auf sich warten. Was nicht nur aufgrund der ästhetischen Komponente unangenehm ist. Ein aufgeblähter Bauch kann auch sehr schmerzhaft sein. Wir haben einige Hintergrundinformationen und Tipps für dich gesammelt:

Woher kommt die Luft im Bauch?

Leider rufen gerade gesunde Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Rohkost oder grobes Vollkornbrot oft Magen-Darm-Beschwerden wie Völlegefühl und Blähungen hervor. Die vermehrte Luft im Darm kommt daher, dass in diesen Lebensmitteln viele sehr wertvolle Ballaststoffe stecken, die von unseren Darmbakterien verstoffwechselt werden. Dabei werden Gase produziert, die uns dann ganz schön ärgern können. Dabei kann zudem ein fester Schaum entstehen, aus dem das Gas nur schwer entweichen kann – es zwickt und kneift im Bauch. Dass nach dem Verzehr blähender Nahrungsmittel vermehrt Luft im Darm entsteht, ist also natürlich, kann aber sehr belastend sein. Oft sind die Verdauungsprobleme aber auch ein wenig Kopfsache. Denn hastiges Essen in Zeitnot führt dazu, dass wir nicht gerade wenig Luft mitschlucken, die dann in tiefere Etagen des Darms wandert und zusätzlich drückt.

Tipps für einen flachen Bauch

1. Iss wenig dieser schwer verdaulichen Lebensmittel:

  • Kohl (Weißkohl, Rotkohl, etc.)
  • Zwiebel, Lauch, Paprika, Gurken oder Rettich
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, Bohnen, etc.)
  • Fertigprodukte sowie Diät- und Light-Produkte (enthalten Geschmacksträger wie Milchzucker, Sorbit als Zuckeraustauschstoff oder Fruktose als Süßungsmittel)
  • Große Mengen Milchprodukte (die Fähigkeit Milch problemlos zu verdauen nimmt bei Erwachsenen im Laufe des Lebens natürlicherweise ab)
  • Pilze
  • Fettiges und sehr süßes Essen (Kuchen, Gebäck aus Blätterteig, Käse)
  • Eiweißreiche Speisen (Fisch, Fleisch, Wurst, Eier)
  • Unreifes Steinobst (Pfirsich, Kirsche, Nektarine, Aprikose, Zwetschge, Pflaume und Mirabelle)
  • Sehr grobes Vollkornbrot
  • Rohkost

2. Iss kleine Portionen.Vor allem dann, wenn dein Bauch nach dem Essen stark aufgebläht ist.

3. Kaue gründlich und genussvoll. Das hilft nicht nur gegen Blähungen, sondern macht oder hält dich schlank und senkt dein Diabetesrisiko.

4. Meide kohlensäurehaltige Getränke. Stilles Wasser wird deutlich besser vertragen, denn das Gas Kohlenstoffdioxid aus der Kohlensäure kann Blähungen verursachen.

5. Versuche auf sehr frisches, warmes Brot mit viel Hefezusatz zu verzichten. Im lauwarmen Brot findet die Hefe optimale Bedingungen, um in deinem Bauch noch weiter Gas zu bilden.

Wie vermeidest du einen ballaststoffbedingten Blähbauch?

Ballaststoffe sind vor allem in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten enthalten, die sehr wertvoll für deine Gesundheit sind. Gewöhne deinen Darm langsam an sie. Dabei kommt es vor allem auf die Menge an. Iss kleine Portionen Vollkornbrot oder Hülsenfrüchte über den Tag verteilt. Erhöhe die Menge langsam, wenn du nach dem Verzehr keine Beschwerden mehr spürst. Bei ballaststoffreicher Ernährung ist es aber ebenso besonders wichtig, ausreichend Flüssigkeit (Wasser, ungesüßte Tees, stark verdünnte Saftschorlen) zu trinken: Zwei Liter pro Tag sollten es mindestens sein, bei Hitze oder starkem Schwitzen durch Sport noch mehr.

Die richtige Reihenfolge beim Essen

Beginne Mahlzeiten mit leicht verdaulichen Lebensmitteln, iss davon, bis du genug hast und gehe erst dann zum nächst schwerer verdaulichen Lebensmittel über. Ganz zum Schluss isst du eiweißhaltige Lebensmittel wie zum Beispiel Fleisch, Fisch oder Eier. Denn Eiweiß wird von allen Nahrungsbestanteilen am langsamsten verdaut.

Alkohol zum oder nach dem Essen – das ist nicht unbedingt eine gute Idee. Denn er verzögert die Verdauung. Je größer die Menge, desto langsamer geht es voran. Allerdings entspannt er auch die Magenmuskulatur. Deswegen fühlt man sich erst mal besser, tatsächlich aber hemmt Hochprozentiges die Verdauungsprozesse.

Im nächsten Artikel erfährst du nützliche Hausmittel gegen Blähungen!

 

Veröffentlicht in: Ernährung
Schlagwörter: , ,


© 2018 go4health GmbH. All Rights Reserved