Wie der Darm die Psyche beeinflusst

30. November 2017
Wie der Darm die Psyche beeinflusst

Immer mehr Wissenschaftler erforschen den Zusammenhang zwischen Darmbakterien und Psyche. Zwar steht die Forschung erst am Anfang, doch zeigen die Ergebnisse wiederholt, dass die Zusammensetzung unserer Darmbakterien tatsächlich unsere Stimmung und unser Wohlbefinden mitbeeinflussen. 

In den letzten Jahren rückten das komplexe System der Darmflora und ihre Auswirkungen auf unsere Gesundheit und das Wohlbefinden immer stärker ins Zentrum der internationalen Forschung. Ziel der Mikrobiom-Forschung ist es, eines Tages psychische Erkrankungen sowie Gehirnstörungen anhand von Darmbakterien diagnostizieren zu können und ihre Heilung zu fördern, indem die Darmflora gezielt beeinflusst wird. Die Wissenschaftler John Cryan und Ted Dinan bezeichnen diese Form der Medikation als „Psychobiotika“. Ihre Erkenntnisse dazu haben sie bereits in ihrem Buch „Die psychobiotische Revolution“ festgehalten.

Das Glück sitzt im Darm

Während die positive Wirkung von Probiotika auf das Verdauungssystem bereits bekannt ist, sollen Psychobiotika einen Schritt weitergehen und sogar die Psyche mittels Darmbakterien stärken. Nicht umsonst spricht man schon seit jeher von einem „guten oder schlechtem Bauchgefühl“, von „Bauchentscheidungen“ oder vom „Darmhirn“, das unabhängig von unserem Kopfhirn existieren soll. Der Mikrobiologe Graham Rook und seine Kollegen führen die Entstehung von Depressionen auf eine gestörte Darmflora zurück. Der Professor am University College London begründet dies damit, dass die Darmflora Entzündungsprozesse im Körper reguliert. Eine Veränderung könne bei entsprechender Veranlagung zu anhaltenden Entzündungsreaktionen führen – und damit auch die Gemütslage beeinflussen.

„Gute“ Darmbakterien reduzieren Stress

Die Herausforderung für die Wissenschaft wird es in den nächsten Jahren sein, die Ursachen und Effekte der unzähligen Darmbakterien zu erforschen. Bis jetzt sind vergleichsweise nur kleine Studien vorhanden. Eine Studie der Universität Oxford an 45 gesunden Versuchspersonen zeigt etwa, dass sich das Präbiotikum „Bimuno“ positiv auf die Wahrnehmung von Ereignissen auswirke. Studienleiter Philip WJ Burnet schließt daraus, dass dieses Präbiotikum dabei helfen könne, die Wirkung von Antidepressiva zu unterstützen.

Weitere Beobachtungen zeigen, dass entsprechende Bakterien gegen Schlaflosigkeit wirken können. Dazu sind allerdings noch weitere umfangreichere Forschungen notwendig. Und diese werden bestimmt kommen: Nicht umsonst ist das Thema Mikrobiom auch bei der diesjährigen Neuroscience Conference in Washington DC vertreten – dem weltweit wichtigsten Medizinkongress seiner Art. Im Zentrum stehen dabei Forschungsergebnisse und Methoden, die bei der Behandlung von Alzheimer und Parkinson helfen sollen.

go4health-Tipp: „Mood Food“ für den Darm kannst du jeden Tag selbst zubereiten. Viele köstliche Rezepte findest du auf go4health à la carte. Hier bekommst du anhand deiner Lieblingszutaten viele Vorschläge für ausgewogene Gerichte, die deinem Darm und deiner Stimmung guttun!

 

Veröffentlicht in: Ernährung
Schlagwörter: , ,


© 2018 go4health GmbH. All Rights Reserved