Wie unser Denken unsere Gesundheit beeinflusst

21. Oktober 2016
Wie unser Denken unsere Gesundheit beeinflusst

Die Mitbegründerin der Positiven Psychologie, Achtsamkeitsvorreiterin und Professorin für Psychologie an der Universität Harvard, Ellen Langer, hat eine Studie durchgeführt, deren Ergebnisse für das körperliche wie mentale Wohlbefinden ausschlaggebend sind. Denn wie wir denken beeinflusst unsere Gesundheit enorm!

In der Studie „Mind-Set Matters“ wurde der Zusammenhang zwischen Alltagshandlungen, körperlicher Bewegung und unserer Denkweise untersucht. Die Resultate regen zum Nachdenken und Neudefinieren an. Denn es ist bewiesen, dass der Placeboeffekt zu unserer Gesundheit beiträgt, unabhängig von der dazu verschriebenen Therapie in Form von Medikamenten etc. Dieser positive Effekt steht in starkem Zusammenhang mit unserem Denken. Das gab den Anlass zu untersuchen, ob auch die allgemein bekannten Vorzüge von sportlicher Betätigung im Sinne dieses Placebos genutzt werden können.

Es beginnt mit Bewegung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt mindestens 2,5 Stunden Bewegung mittlerer Intensität pro Woche, die idealerweise aufgeteilt werden soll, um so jeden Tag aktiv zu sein. Dazu zählt rasches Spazierengehen, Gartenarbeit sowie lockeres Radfahren. Jede Einheit soll mindestens zehn Minuten am Stück dauern. Wenn auch noch kräftigende Übungen wie Liegestütze und Kniebeugen hinzukommen, ist das ausgezeichnet. Aber nicht jeder schafft es, regelmäßig ins Fitnessstudio oder auf die Laufrunde zu gehen. Dadurch ist man aber nicht gleich ungesund. Denn es kommt darauf an, wie wir selber darüber denken!

Die Studie 

Im Rahmen der Studie wurden 84 Putzfrauen in verschiedenen Hotels über einen Zeitraum von 4 Wochen begleitet. Zu Beginn der Studie wurden Gesundheitswerte, die Einschätzung des eigenen Gesundheitszustandes und das Aktivitätslevel erfragt und gemessen. Danach wurden die Frauen in zwei verschiedene Gruppen geteilt. Die erste Gruppe wurde darüber informiert, dass ihre Tätigkeiten (Betten beziehen, staubsaugen, putzen, etc.) als Sport im gesundheitsfördernden Ausmaß betrachtet wird. So hatten es die Reinigungsdamen zuvor nicht betrachtet, was sich auch in ihren Gesundheitsdaten widerspiegelte. Die andere Hälfte der Putzkräfte erhielt die Information über das „Fitnessstudio Arbeitsplatz“ nicht. Die Denkweise über die eigene Tätigkeit hat in der ersten Gruppe erstaunliches bewirkt: Nach 4 Wochen empfanden sie sich als aktiver, nahmen jede durchschnittlich fast 1kg ab, ihr Blutdruck fiel, der Fettanteil, der BMI und der Hüftumfang wurden reduziert – alles ganz ohne zusätzlichen Sport. Und das, obwohl die Reinigungskräfte gleich viel arbeiteten und aßen wie zuvor. In der Kontrollgruppe gab es keine Unterschiede zum Start der Studie.

Eine Frage der Einstellung

Diese Studie belegt damit, dass unser Denken unsere Gesundheit beeinflusst. Unsere Einstellungen und Annahmen über unser Tun haben große Auswirkungen auf unser Wohlempfinden. Der Placeboeffekt, in dem Fall die Annahme ausreichend körperlich aktiv zu sein, führte zu nachweisbaren positiven Gesundheitseffekten. Eine Änderung unserer Einstellung kann also viel für unsere Gesundheit tun. Das gilt für alle – egal ob Gärtner, Verkaufsmitarbeiter oder Kellner, die sich täglich stundenlang während der Arbeit bewegen. Und auch für Büroangestellte kann, mit der richtigen Einstellung, Bewegung im Alltag (zu Fuß gehen statt Bus fahren, Treppen statt Lift, bewusst gerade sitzen, etc.) zu gesundheitlichen Vorteilen führen, ohne, dass wir mehr Sport betreiben müssen. Die richtige Einstellung ist hier das Ziel, nicht die Marathonziellinie. Machen wir uns unsere Gedanken positiv zunutze!

 

Veröffentlicht in: go4more
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